Die „Kulturfreunde Bad Herrenalb e.V.“ unterstützen mit einer außergewöhnlich hohen Spenden von 7.000 Euro den Ankauf der sechs Strassacker-Figuren im Kurpark von Bad Herrenalb und wünschen sich viele weitere Nachahmer zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum.

Sichtlich erfreut über den hohen Spendenbetrag dankte Bürgermeister Klaus Hoffmann gemeinsam mit seinem ersten Stellvertreter Christian Romoser den Vorsitzenden der Kultureinrichtung bei der offiziellen Scheckübergabe vor der Bronzefigur der Violinenspielerin am Mündungsbecken der Alb.

Vertreter der Stadt Bad Herrenalb und die Vorstandsriege der Kulturfreunde Bad Herrenalb e.VVertreter der Stadt Bad Herrenalb und die Vorstandsriege der „Kulturfreunde Bad Herrenalb e.V.“ v.l.n.r. Oben sitzend: Anton Stadlmeier, Figur Violinenspielerin, Klaus Holldack, Bernd Roser, Christian Romoser - Stellv. Bürgermeister Untere Reihe: Petra Schneider, Monika Amann, Bürgermeister Klaus Hoffmann

„Das ist ein besonderes Zeichen für den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in der Stadt“, so Hoffmann, der nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates zum Kauf der Kunstwerke in Höhe von 58.216 Euro über eine zunehmende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung für diese Kunstobjekte berichtet. „Wir sind froh, dass nun alle sechs Figuren der Gemeinde erhalten bleiben“, erklärt auch Christian Romoser, der die beliebten Skulpturen im Kurpark ebenso wie die Loffenauerin im Fantasiegarten als touristische Besonderheiten beschreibt, die immer wieder als Foto-Objekte genutzt und abgelichtet werden und so auch auf sozialen Netzwerken die Stadt Bad Herrenalb nach außen präsentieren.

sechs Strassacker Figuren im Kurpark von Bad Herrenalb 2

Doch wer ist dieser überaus spendable Bad Herrenalber Verein, der sich mit so großem Engagement der Kunst verschreibt? „1995 ging es los mit der Idee zu den Kulturfreunden in Bad Herrenalb“, beschreibt Klaus Holldack rückblickend, der gemeinsam mit dem „harten Kern der Vorstandschaft“ den Scheck überreicht. „Ursprünglich hatten wir als besonderes Gebäude für diese Idee die Klosterscheuer im Hinterkopf. Nachdem aber daraus ein Genusstempel entstanden ist, entwickelten wir verschiedene Veranstaltungsformate an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in der Stadt.“ Mit großem Engagement hat sich daraufhin der Verein der Kleinkunst verschrieben und in den Jahren 1995 bis 2004 über 150 größere und kleinere kulturelle Events in Bad Herrenalb organisiert und durchgeführt. „Das war für uns eine tolle Zeit und ich wollte das nicht missen“, erklärt Petra Schneider, deren Aussage von Bernd Roser kopfnickend bestätigt wird. Stolz hält er das Logo der Kunstfreunde in die Kamera, das die Klosterscheuer abbildet und sagt:  „Wir hatten nicht nur tolle Veranstaltungsorte wie das Gewächshaus von Gerd Göhringer in der Schwimmbadstrasse, das Haus der Kirche, das evangelische Gemeindehaus, das Kurhaus und das Waldkurhaus in Rotensol sondern auch attraktive Solisten und Akteure, die das Thema Kleinkunst  in Bad Herrenalb bespielten.“

sechs Strassacker Figuren im Kurpark

Monika Amann, Vorsitzende des Vereins zählt dazu einige klangvolle Namen auf: „Mit Christoph Sonntag, Uli Keuler, Ali Übülid, Die Hutmachers, Harald Hurst und Manfred Rommel, die Schupfnudeln, Maria Peschek, Die Giesinger Sautreiber, Katja Ebstein, die Biermösl Blosn und die Wellküren hatten wir immer viele Gäste und Liebhaber, die es nach Bad Herrenalb gezogen hat.“  Kein Wunder also, dass sich die Zahl der Mitglieder und die Fan-Gemeinde der Kulturfreunde mit den Jahren kontinuierlich vergrößerte. 2004 allerdings fand der letzte Kulturfrühling unter der Regie der Kulturfreunde statt.  „Unser Ziel hochwertige, unterhaltsame und auch kritische  Kleinkunst für Jung und Alt nach Bad Herrenalb zu holen, konnten wir nicht mehr erfüllen“, so Amann, die über die veränderten Lebenssituationen der aktiven Mitglieder berichtet, die schließlich und endlich dazu führten den Verein als ruhend zu erklären. Das war vor siebzehn Jahren. Seit dieser Zeit „schlummerten" die Rücklagen, um endlich einem besonderen Zweck zugeführt zu werden.  „Jetzt sehen wir eine zu unserem Vereinszweck passende Gelegenheit unsere Rücklagen sinnvoll zum Wohle der Bad Herrenalber Bürger und Gäste einzusetzen“, erklärt Monika Amann die Motivation zur Spende.  Für den Kassierer des Vereins, Anton Stadelmaier ist das Engagement für die Strassacker Figuren eine gelungene Investition des Vereins, da „die Kunstwerke ein bestimmtes Flair in den Kurpark bringen, und ohne diese Figuren da wirklich etwas fehlen würde.“ Ein gelungener Schlusspunkt für einen engagierten und erfolgreichen Verein, der nun bis zum Ende des Jahres zwar  tatsächlich aufgelöst, aber durch seine Förderung von Kunst im öffentlichen Raum noch lange im Bewusstsein der Bevölkerung Bestand haben wird.

Text und Fotos  Sabine Zoller