Mannheim. Gute Nachrichten gibt es derzeit eher selten, doch eine positive Neuigkeit kommt jetzt aus dem Luisenpark Mannheim:

Das Chinesische Teehaus, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen begeht, hat eine großzügige Zuwendung erhalten:

Exakt acht Monate vor dem „Geburtstag“ der besonderen Einrichtung, nämlich am vergangenen Dienstag, hat der Ehemalige Erste Bürgermeister der Stadt Mannheim und Beiratsvorsitzende der Duojingyuan-Teehaus GmbH, Prof. Dr. Norbert Egger, die Teehaus-Gesellschaft mit einer Spende in Höhe von 10 000,- Euro bedacht.

IMG 4293 002links im Bild der Spender Norbert Egger, rechts Parkdirektor Joachim Költzsch.

Am 12. Januar übergab Egger den Spendenscheck an Parkdirektor Joachim Költzsch, der dem geistigen Vater des größten im Original chinesischen Stil erbauten Teehauses Europas für seine Großzügigkeit dankte. Was den Chinaexperten zu dieser großzügigen Zuwendung bewogen hat? Man könnte natürlich sagen, es sei eine Art Geburtstagsgeschenk. Ein Geschenk aber, das dem Bauwerk in jedem Falle zugutekommen wird, denn nach 2 Jahrzehnten fallen erste Renovierungsarbeiten an, die nun in Angriff genommen werden sollen. „Zur BUGA 2023 soll das Teehaus“, so Egger „gärtnerisch und kulturell einer der Hauptanziehungspunkte der Schau sein.“ Mit der neuen Kameliensammlung und der erweiterten Päoniensammlung im Chinesischen Garten wird er zumindest die ganze BUGA hindurch in voller Blüte stehen!

Bei der Scheckübergabe erinnerte sich Egger, der nach wie vor rege den sozioökonomischen Austausch zwischen seiner Heimatstadt und der Partnerstadt Mannheims, Zhenjiang in der Volksrepublik China vorantreibt, an die Anfänge. „Als ich vor vielen Jahren mit meiner Frau die ostchinesische Provinz Jiangsu bereiste und wir die Gärten besuchten, die heute Weltkulturerbe sind, sagte meine Frau zu mir: „Wie schön wäre es, wenn wir in Mannheim einen solchen Garten hätten…“ Und so wurde der Chinesische Garten im Luisenpark geboren: Egger verfolgte im Folgenden mit Beharrlichkeit und viel Hingabe die Idee seiner Frau weiter. Als dann der Leiter des Auswärtigen Amtes in Zhenjiang einen Brief an Egger schrieb, er würde gerne Beziehungen zu Mannheim aufnehmen, war ein weiterer Schritt getan: Egger lud eine dreiköpfige Delegation aus China zum Mannheimer Maimarkt ein.

Die Herren waren so begeistert, das im Jahr 1995 schon 12 Vertreter aus China zu der Mannheimer Messe reisten. Am Ende hatte Egger die neuen Freunde so sehr auf seine Seite gebracht und von seinem interkulturellen Projekt, dem Bau eines Chinesischen Gartens in Mannheim überzeugt, dass das gesamte Werk mit Chinesischen Fachleuten, mit Originalteilen aus China und vor allem auf „chinesische Art und Weise“ erfolgen sollte: Die große Terrasse etwa ist mit sehr besonderen Steinen gepflastert, deren Ausfuhr aus China normalerweise gar nicht erlaubt ist. Dies alles ist den Geschicken Eggers zu verdanken. Und natürlich, um in der Symbolsprache zu bleiben, die man in China gerne verwendet, ist der chinesische Garten mit dem Teehaus in Mannheim schließlich, so könnte man sagen, ein Werk der Liebe!

Text/Bild: Stadtpark Mannheim gemeinnützige GmbH