Baden-Baden. Im Beisein einiger Zuschauer wurden kürzlich die drei Ooser Jungstörche mit Funksendern ausgestattet.

Dies wurde im Rahmen des landesweiten Projekts „Monitoring des Weißstorchzuges“ durch das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie möglich.

In Baden-Württemberg werden insgesamt 40 Jungstörche für dieses Projekt mit GPS-Loggern ausgestattet. Dies ermöglicht, die Tiere auf ihren Routen zwischen Sommer- und Winterquartier zu beobachten und bessere Erkenntnisse über Flug-, Ruhe- und Fresszeiten zu erlangen. Die Daten werden ganztägig gesammelt und einmal am Tag versendet. Dem Beringungsbezirk zwischen Karlsruhe und Iffezheim des Weißstorchbeauftragten Stefan Eisenbarth wurden fünf GPS-Logger zugeteilt. Diese wurden durch Herrn Eisenbarth den drei Jungstörchen an der Grundschule Oos und zwei Muggensturmer Jungstörchen zugewiesen.

IPN 0616 Storch 002Ooser Jungstörche übermitteln GPS-Koordinaten

Die Besenderung wurde durch Dr. Wolfgang Fiedler, Wissenschaftlicher Leiter der Beringungszentrale „Vogelwarte Radolfzell“ am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, durchgeführt. Hierfür wurden alle drei Jungstörche mit einem Hubsteiger der Stadtwerke aus dem Horst auf den Boden geholt. Dabei beobachtete eines der Elterntiere aufmerksam das Treiben vom nahegelegenen Hausdach aus. Jeder Jungstorch erhielt einen 44 Gramm leichten, solarbetriebenen GPS-Logger. Dieser stört die Tiere nicht und versinkt mit weiterem Wachstum der Tiere etwas im Gefieder. Nach kurzer Begutachtung wurden die Tiere vermessen und gewogen und im Anschluss wieder wohlbehalten in den Horst zurückgesetzt. Da eine optische Geschlechtsbestimmung bei Störchen nicht möglich ist, wurde den Tieren je eine Feder für eine Blutuntersuchung entnommen.

Ab sofort können die Tiere über die App „Animal Tracker“ unter den Namen Maria, Alisa und Steffi auf ihrer bald beginnenden Reise in die weite Welt verfolgt werden. Die App ist kostenlos verfügbar und für mobile Endgeräte abrufbar.

Text / Foto: Stadtverwaltung Baden-Baden