Baden-Baden. Im Rahmen eines Pressetermins nahm Stadtwerke-Chef Helmut Oehler die Merkur-Bergbergbahn in Betrieb.

Die Bergbahn wurde in den letzten Monaten saniert, erhielt neue, moderne Wagen im historischen Look und barrierefreie Zugänge an beiden Bahnhöfen. 

Helmut Oehler und Ralph Geiger, Betriebsleiter der Merkur-Bergbahn, stellten den Pressevertretern die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen vor. So bauten die Stadtwerke die Bushaltestelle vor der Talstation barrierefrei aus. Im Talbahnhof wurde der Kiosk umgebaut und die Toiletten sind bereits erneuert und barrierefrei umgebaut. An den Kassenautomaten ist auch bargeldloses Bezahlen möglich. Der Bahnsteig wurde mit getrennten Zugängen für das Ein- und Aussteigen versehen. Zusätzlich erhielt er einen barrierefreien Zugang über eine großzügige Rampe.

DSC 0060

Auch die Bergstation besitzt jetzt einen barrierefreien Ausstieg. Den Höhenunterschied überbrückt ein Aufzug. Auch hier realisiert die Stadtwerke einen separater Ein- und Ausgang an der Bahn. Der barrierefreie Zugang zum Restaurant „Merkur-Stüble“ ist bereits fertiggestellt. Das Restaurant wird zurzeit noch komplett umgebaut. einschließlich der Sanitäranlagen.

Die Bergbahn-Technik: Die beiden neuen Bergbahnwagen aus Schweizer Fertigung sind betriebsbereit. Ihr Aussehen erfolgte nach einer Online-Abstimmung unter den Baden-Badener Bürgern und gleicht dem Design der ersten  Bergbahn zu Kaisers Zeiten. Die neuen Wagen sind einen Meter länger als die alten Wagen. Um die Stauwärme im Sommer zu minimieren, setzten die Stadtwerke ein neues Belüftungskonzept um. Die Sicherheitsstandards entsprechen den aktuellen Vorgaben und sind auf dem neuesten Stand. So sind jetzt zwei Notbremseinrichtungen eingebaut. Die Geschwindigkeit der Wagen kann auf bis zu 8 Meter pro Sekunde erhöht werden. Das hat den Vorteil, dass die Fahrgäste bei großem Andrang schneller auf den fast 700 Meter hohen Baden-Badener Hausberg gelangen. Bislang lag die Höchstgeschwindigkeit bei maximal sechs Meter pro Sekunde. Pro Wagen lassen sich bis zu 38 Personen transportieren, damit acht Fahrgäste mehr als bislang. Durch die höhere Geschwindigkeit und größere Passagierzahl erwarten die Stadtwerke eine spürbare Verringerung der Wartezeit bei starkem Andrang.

DSC 0049

Zusätzlich wurde die gesamte technische Anlage erneuert. So wurde bereits im Vorjahr ein neues Stromkabel zur Bergstation hochverlegt und im Anschluss die Trafostation erneuert. Ebenso erhielt die Bahntrasse 130 neue Rollenpaare zur Führung des neuen, etwas kräftigeren Stahlseils. Außerdem wurde der Antrieb komplett erneuert. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Bergeweg entlang der Bergbahntrasse komplett ausgebaut.

Ursprünglich war für den 25. und 26. April ein großes Eröffnungsfest samt Freifahrten und Aktionen für alle Besucher geplant. Allerdings hat der stadträtliche Betriebsausschuss Mitte März Corona bedingt entschieden, das Fest erst einmal abzusagen und möglicherweise im Sommer nachzuholen.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Fahrgäste zur eigenen Sicherheit einige wichtige Rahmenbedingungen zu beachten: So ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und während des Aufenthalts in der Berg-, Talstation und in den Bahnen ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Selbstverständlich sind die üblichen Hygienevorschriften bei Niesen und Husten zu beachten. Auch deshalb sind in den Bahnen maximal 20 Personen erlaubt.

DSC 0017

Alte Fahrkarten lassen sich übrigens in den Kundenzentren der Stadtwerke in der Waldseestraße oder am Augustaplatz bis zum Jahresende ohne Aufpreis gegen aktuell gültige Fahrkarten eintauschen.

Am Talbahnhof der Bergbahn stehen nur begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Deshalb empfiehlt sich die Anfahrt mit den Bussen der Linien 204 und 205. Dies ist im Halbstundentakt aus der Innenstadt zur Bergbahn möglich. Darüber hinaus gibt es die günstige Kombikarte „KVV/Bergbahn“.

Wer die nun in neuem Licht erstrahlenden Bergbahn-Bahnhöfe betritt, spürt sofort, dass beide im Jugendstil erbauten Gebäude wesentlich großzügiger und Fahrgast freundlicher wirken. Neben allen Modernisierungen ist die nun erstmals umgesetzte Barrierefreiheit ein wichtiges Gut. Nicht nur Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Handicaps kommen jetzt problemlos nach oben, auch Eltern mit Kinderwagen profitieren vom neuen Angebot der Stadtwerke. Das Merkur-Stüble soll je nach Baufortschritt Ende Juni oder Anfang Juli in Betrieb gehen. 

Text/ Bilder: Stadt Baden-Baden