Baden-Baden. In Haueneberstein werden in den kommenden Tagen zwei neue Laichgewässer für den Laubfrosch angelegt.

Dafür werden in einem alten, verlandeten Graben zwischen der Bahnlinie und dem Ooser Landgraben zwei kleine Mulden mit einem Bagger ausgehoben. Diese Maßnahme wurde vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN) in Bühl im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg Projekts „Ramsar Biodiversität“ zusammen mit der Stadt Baden-Baden und dem Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Karlsruhe konzipiert.

Letzteres finanziert die Anlage eines der beiden Tümpel, der zweite wird wie das gesamte Projekt „Ramsar Biodiversität“ zu 50 Prozent durch die Europäische Union aus Mitteln des INTERREG V-Programms bezahlt. Die anderen 50 Prozent übernehmen die Naturschutzreferate der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg sowie zahlreiche weitere öffentliche und private Einrichtungen.

IPN 0170 Foto Laubfrosch Michael Hug 21.02.2020 002Für den Laubfrosch gibt es in Haueneberstein bald zwei neue Laichgewässer. /Foto Michael Hug

Der Laubfrosch bewohnt typischerweise Auenlebensräume mit hohem Grundwasserstand und gebüschreichem, extensiv genutztem Feuchtgrünland. Er ist die einzige heimische Amphibienart, die auf Bäume klettern kann und den Tag gerne in Brombeergebüsch, Hochstaudenfluren oder Laubgehölzen verbringt, die in der Nähe seiner gut besonnten, fischfreien Laichgewässern wachsen. In Haueneberstein soll der Laubfrosch durch das Anlegen der Tümpel wieder neuen Lebensraum finden. Die Art kommt im nahegelegenen Naturschutzgebiet Bruchgraben noch vor. Daher besteht die Hoffnung, dass sich der kleine grüne Sympathieträger auch recht bald an den neuen Laichgewässern ansiedeln wird.

Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „Ramsar Biodiversität“ hat zum Ziel, für sechs verschiedene Tierarten – unter anderem den Laubfrosch – konkrete Schutzmaßnahmen im Gelände umzusetzen. Diese Maßnahmen werden innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit gemeinsam von den elsässischen und baden-württembergischen Projektpartnern (die französische Vogelschutzorganisation LPO, der französische Amphibien- und Reptilienschutzverein BUFO, das ILN Bühl, der NABU Südbaden, sowie weitere Partner) konzipiert und auf beiden Seiten der Oberrheinebene umgesetzt.


Quelle/Bild: Stadt Baden-Baden