Sommerliche Speisen mit klingenden Opernarien im Erbprinz

Musikalischer Genuss kombiniert mit kulinarischen Köstlichkeiten gibt es bei den Festspielabenden im Festsaal vom Hotel-Restaurant Erbprinz in Ettlingen.Die Premiere zum Operndinner begeisterte bereits ein Publikum, das sogar Anreisen aus dem Elsass in Kauf genommen hat, „um endlich wieder Kultur live zu erleben“.

Die Ettlinger Schlossfestspiele sind beim Operndinner im „Erbprinz“ zu Gast.
Meisterwerken bedeutender Komponisten wie Puccini, Verdi, Donizetti, Smetana, Tschaikowski, Gounod, Mozart, Weil und von Flotow standen auf dem Programm des Premierenabends. Im Rahmen der Ettlinger Schlossfestspiele hat Ulrich Cornelius Maier die Arien mit den Solisten einstudiert und einfühlsam am Flügel begleitet.

bild1

Auf den Brettern, die üblicherweise die Welt bedeuten, standen zwei junge Talente, Sopranistin Isabelle Serafin und Tenor Michał Prószyński, die in diesem Jahr für die Aufführungen der Schlossfestspiele in Ettlingen bei der „Fledermaus“ verpflichtet waren. Doch nun brillierten beide mit Solostücken berühmter Arien und eroberten das Publikum im Sturm. Die musikalischen Kostbarkeiten wurden dem Menü des Küchenteams entsprechend als Vorspeise, Zwischengang, Hauptgang und Nachspeise präsentiert. Während Seeforelle, Avocado und Grüner Spargel dem Gaumen  schmeichelten, waren Puccini, Smetana und Donizetti die klangvollen Begleiter, die Isabelle Serafin und Michał Prószyński mit Leichtigkeit und großem schauspielerischem Talent präsentierten.

„Das Publikum zu sehen, zu musizieren, das hat uns allen gefehlt“, lacht Isabelle Serafin. Die Sopranistin mit deutsch-italienischen Wurzeln, die eben ihren Bachelor beendet hat und nun den Master im Fach Oper anstrebt. Zum „Operndinner“ brillierte die junge Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes mit einem breiten Spektrum bekannter Arien, wie der Musetta aus La Bohème, der Gilda aus Rigoletto oder der Despina aus Così fan tutte. Temperamentvoll und ausdrucksstark ihre Duette mit Tenor Prószyński. In Verdis berühmten Trinklied „Brindisi“ bedauerte sie es besonders, dass sie beim Singen so weit auseinander stehen mussten. Denn Corona bedingt agierte jeder Sänger auf einem eigenen Podest.

Vielseitig umhegt und umschwirrt wurde dagegen das Publikum vom Service Personal im Restaurant, das nach Aussage von Hoteldirektorin Carolin Dörner die Veranstaltung Corona-Conform gestaltete. Überraschend und viel gelobt der Zwischengang aus der Küche: Vichyssise, Hummer und Orange für einen lauen Sommerabend, dem beim musikalische Reigen Arien aus Rigoletto, Cosi fan tutte, und Martha folgten.

bild4

Als eine der schwierigsten Arien, die er an diesem Abend gesungen hat bezeichnet Tenor Michał Prószyński die des stotternden „Lyonel“ aus „Martha“ von Friedrich von Flotow. Doch gerade wegen der schwer zu bewältigenden Aufgabe des stotternd dargestellten Vasek bekommt der sympathische Tenor, einen extra großen Applaus für seine wahrhaft komödiantische und charmante Darstellung. Mit seiner klassischen Ausbildung für Gesang und Gitarre studierte er an der Musikuniversität „Fryderyk Chopin“ in Warscha, bevor er 2016 an die Musikakademie Krakau und 2018 an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wechselte. Er ist Preisträger zahlreicher Auszeichnungen bei namhaften Gesangswettbewerben wie der „Goldene Stimme“, „Jan Kiepura“ und belegte beim internationalen Geangswettbewerb „Imrich Godin Iuventus Canti“ den ersten Platz. Mit seinem umfangreichen Repertoire überzeugte der Solist durch seine Darbietungen in Originalsprachen. Damit erklang die Arie Kuda Kuda des Lenski aus Eigen Onegin in russischer Sprache und der Song des Sam aus Street cene von „Lonely House“ mit einem überwältigenden Charisma auf englisch. Überhaupt waren an diesem Sommerabend internationale Klänge zu vernehmen. Denn neben Deutsch waren es die italienischen und französischen Interpretationen, die für einen abwechslungsreichen Hörgenuss sorgten.

bild 2

Auch für das extra zum Operndinner kreierte Menüs gab es viel Applaus von den Gästen. Zum Hauptgang überzeugte ein dazu passendes „Filet Royal“ mit Harcot Coco Bohnen und Kartoffelnocken,  das von Verdis Meisterwerk „Brindis“, dem berühmten Trinklied aus „La Traviata“ mit dem Duett der Violetta Valéry und Alfredo Germont einen krönenden Höhepunkt des Abends erreichte.

Mit der Nachspeise, einem Passionsfruchttörtchen mit marinierten Beeren,  kredenzt das Trio eine Operettenmelodie mit „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, um damit auch auf die neue Saison 2021 in Ettlingen hinzuweisen, bei der dann definitiv die „Fledermaus“ von Johann Strauss aufgeführt wird.
Wer das „Operndinner“ verpasst hat, kann Karten am 31. Juli 2020 zur zweiten Aufführung erwerben.

Und wer Lust auf Musical Melodien hat kann am 7. August 2020 im Erbprinz ein Musicaldinner buchen.
www.schlossfestspiele-ettlingen.de 
www.erbprinz.de

Text / Bilder: Sabine Zoller