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Kunst & Kultur

Federica Paganelli Overlack - Familie gelingt nur gemeinsam

Homeschooling und Homeoffice - auch weiterhin herrscht Ausnahmezustand in vielen Familien. Nach über einem Jahr sind wir allmählich pandemiemüde und ein Ende lässt sich immer noch nicht definieren.

Kinder und Jugendliche sind nicht in der Schule oder der Kita, können sich nicht mit ihren Freunden treffen und auch ihre sonst gewohnten Freizeitaktivitäten - wie Beispielsweise Vereinssport – sind immer noch nicht möglich. Einen großen Teil des Alltags der Kinder muss von den Eltern aufgefangen werden, die aber auch gleichzeitig vor der Herausforderung stehen, ihren Berufsalltag organisieren zu müssen.

DSCF7523Federica Paganelli Overlack: Konflikte gab es schon immer und sie werden ein Bestandteil des Familienlebens bleiben

Die Corona-Pandemie hat den Alltag von vielen Familien komplett auf den Kopf gestellt – eine Herausforderung für alle Beteiligten. Es fehlen alltägliche Strukturen wie: Unterrichtsbeginn, Mittagspause oder Feierabend und es fehlen Inspirationen. Fehlende Erlebnisse mit Freunden oder ein Konzert- oder Restaurantbesuch. Mit jeder weiteren Woche im Lockdown steigt hinter den Wohnungstüren der Stresspegel und damit die Wahrscheinlichkeit für Konflikte, Zerwürfnisse und im schlimmsten Fall die Gewalt. Das Ausmaß der psychosozialen Kollateralschäden ist noch nicht absehbar. Für manche Familien wird der Lockdown vielleicht zu einer wertvollen Erfahrung. Aber Familien die vielleicht schon vorher emotional, wirtschaftlich oder gesundheitlich angeschlagen waren, könnten an dieser Belastungsprobe zerbrechen.

Selbst Familien mit guten Ressourcen geraten an ihre Grenzen, weil auch im liebevollsten Haushalt die Ausweich- und Ablenkungsmöglichkeiten irgendwann für alle extrem begrenzt sind. Kommen mehrere Belastungsfaktoren über einen längeren Zeitpunkt zusammen, geraten Familien immer stärker unter Druck. Mütter, Väter, Kinder und Jugendliche stoßen immer häufiger an ihre Grenzen. Dieser Berg an Mental Load muss erst einmal bewältigt werden und so mancherorts liegen die Nerven blank und viele stoßen an ihre Grenzen. Wie soll man das nur alles schaffen? Was hilft noch, wenn Durchhalteparolen nicht mehr greifen? Die psychische Belastung ist für alle Familienmitglieder enorm hoch. Vor allem aber für die Kinder. Die wochenlange Kontaktsperre zu Freunden und Erzieher*innen bedeutet einen unverstandenen und ggf. auch traumatischen Verlust von wichtigen Bindungspersonen.

DSC 0006Selbst Familien mit guten Ressourcen geraten an ihre Grenzen, weil auch im liebevollsten Haushalt die Ausweich- und Ablenkungsmöglichkeiten irgendwann für alle extrem begrenzt sind.

Gerade Familien brauchen jetzt Hilfe und Unterstützung. Oft tut es schon gut ,jemandem einfach mal sein Herz auszuschütten. Oft kann ein Telefonat oder ein Gespräch bei einem Spaziergang mit einer guten Freundin/einem guten Freund Wunder wirken. Noch besser, wenn der Zuhörer ein Profi ist. Eine neutrale Person, die nicht verurteilt und einfach nur zuhört. Jemand der Impulse geben kann, eine eigene oder andere Sichtweise schenkt – und somit etwas Erleichterung in das aktuell angespannte Familienleben bringen kann. Ein Profi, der den ratsuchenden Familien in der Krise den Rücken stärkt und deren Ängste und Belastungen ernst nimmt und im gemeinsamen Gespräch Ideen für Lösungen zu entwickeln. Es braucht eine Möglichkeit, die eigenen Belastungen und Probleme auszusprechen und sich von der Seele zu reden. Hier treten Coaches, Psycholog*innen und Therapeut*innen mit aktivem Zuhören und Aufmerksamkeit gegen Selbstzweifel, Unsicherheit, Wut und Einsamkeit an. Federica Paganelli-Overlack begleitet professionell Kinder, Jugendliche und Familien und hilft als System Coach, Mental Trainer und positiver Mensch, Lösungen zu finden und wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Nach ihrer Aussage sind Träume, große Ziele und Wünsche für uns alle die Beste Motivation. Dies sollte man auch in der aktuellen Krise nicht vergessen. Ihr Coaching richtet sich an Eltern und Paare, die den Weg aus der Krise suchen und wieder mehr Wertschätzung und Harmonie in ihr Miteinander bringen möchten.

Als Expertin nennt sie im Interview mit Region im Blick wirksame Strategien für ein harmonisches Miteinander. Sie hilft Eltern und Kindern in Krisensituationen und steht ihnen mit Zuspruch, Rat und einer vielleicht neuen Sichtweise für alle, zur Seite. Denn manchmal hilft es schon mit einem anderen Bewusstsein den Blick auf das Wesentliche zu richten umso den richtigen Weg aus der Krise zu meistern.

 O811397Federica Paganelli Overlack: Der Einsatz, welche Familien in den letzten 12 Monaten bringen mussten, ist mehr als bemerkenswert.

Homeschooling, Homeoffice, Hausarbeit: Konflikte sind programmiert. Wie gehen Sie auf die Sorgen, Ängste, psychischen Belastungen und auch die stellenweisen Zweifel ihrer Klienten ein? Wie wirken sich hier die Belastungen auf die Familie aus und wie können die Familien sogar gestärkt aus diesem Ausnahmezustand kommen?

Federica Paganelli Overlack: Konflikte gab es schon immer und sie werden ein Bestandteil des Familienlebens bleiben. Das ist normal und wichtig. Konflikte sind dafür da, dass wir lernen, sie zu erkennen, anzunehmen, zu lösen und zu reflektieren. Solche Reibungen sind für die eigene Entwicklung wichtig. Sie sind eine Herausforderung aber auch eine gute Übung. Sie sollten aber nicht Hauptbestandteil eines Familiensystems sein. Meine Aufgabe ist, der Familie zu helfen und den Druck herauszunehmen. Ich unterstütze meine Klienten, Mamas und Papas primär, bewusst ihre familiären Ziele zu formulieren und reflektieren. Gemeinsam schauen wir uns an, worauf Sie den Fokus im Alltag lenken und ich sorge dafür, dass ein Update von ihrem Mindset durchgeführt wird. Sie haben richtig verstanden, wie beim PC, auch bei uns sind mentale Updates notwendig. Sie finden nur zu selten statt. Dadurch lernen Eltern, die Sorgen, Ängste und Zweifel anders zu betrachten und sind in der Lage, eine für Sie passende Lösung zu finden. Gemeinsam mit mir lernen sie, aus schlechten emotionalen Zuständen herauszukommen. Sie lernen Dinge, die sie nicht ändern können mit Gelassenheit zu akzeptieren und für die, die sie ändern können neue Strategien zu erarbeiten und umzusetzen bis sie ein passendes funktionierendes Rezept gefunden haben. Eine gute Frage, wenn wir nicht weiterwissen, ist: Was würde die Liebe tun?

Eltern – und vor allem die Mütter haben bisher einen bemerkenswerten Einsatz gezeigt. Wir lieben alle unsere Familie, aber manchmal steht man mit Tränen in den Augen vor einem riesigen Berg Dinge, die noch erledigt werden müssen. Wenn einem alles über den Kopf wächst - wie wichtig ist hier die richtige Kommunikation miteinander?

Federica Paganelli Overlack: Der Einsatz, welche Familien in den letzten 12 Monaten bringen mussten, ist mehr als bemerkenswert. Ich habe in meiner Arbeit tatsächlich meistens mit den Mamas zu tun, weil sie oft die meisten familiären Herausforderungen bewältigen müssen und die Bereitschaft zeigen, an sich arbeiten zu wollen. Noch erlebe ich wenige Väter, die bereit sind zuzugeben, dass es ihnen zu viel wird und sich Hilfe holen. Das heißt nicht, dass sie weniger Einsatz bringen. Schwäche zeigen ist eine sehr große Hürde in unserer Gesellschaft. Wenn sich Eltern, sobald sie merken, dass es ihnen zu viel wird, Unterstützung holen würden, wäre es am Ende für alle Beteiligten viel einfacher.Der Bereich Kommunikation legt die Grundlage für Konfliktbewältigung. Was zählt ist der Ton. Die Art der Kommunikation ergibt auch die Qualität der Ergebnisse/Lösungen. All das bedarf Zeit, Geduld, Verständnis, Konsequenz, Disziplin und klare Rollen. Eltern sollten untereinander entscheiden, was für sie Erziehung bedeutet aber niemals vor den Kindern diskutieren. Und gemeinsam an einem Strang ziehen, sonst lernen Kinder sehr schnell, Situationen für sich auszunutzen. Wichtig ist auch, an den eigenen Triggern zu arbeiten damit Eltern sich nicht mehr provozieren lassen. Dafür gibt es viele Wege und Möglichkeiten. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gesprächsführung, damit Eltern/Kindern verstanden und gehört werden. Was und wie gesprochen wird ist essenziell. Ruhe bewahren und keine Rechtfertigungen unterstützen eine gute Kommunikation. Das alles lernen sie bei mir im Coaching. Außerdem habe ich ein Projekt „Frau im Quadrat“ nur für Mütter gestartet. Es handelt sich um eine 6-monatige Gruppenbegleitung in dem wir einmal die Woche und für eine Stunde remote treffen und die eigenen Ziele verfolgen. Es bringt Nachhaltigkeit und hohe Wirksamkeit vor allem Zusammenhalt. Hierzu führe ich Vorgespräche mit jeder interessierten Mutter.

DSCF9418Federica Paganelli Overlack: Gespräche sind nicht nur sehr wichtig, sondern notwendig

Zu Hause zu arbeiten und gleichzeitig kleine Kinder zu betreuen oder mit den Älteren für die Schule zu lernen – für Millionen Eltern ist das in der Corona-Pandemie seit Monaten Alltag. Vor welche Herausforderungen hat der Lockdown Familien gestellt und wie wichtig ist hier im Moment ein gutes Miteinander? Haben Sie konkrete Tipps, wie das aussehen könnte, gelassener zu sein, um den Alltag besser bewältigen zu können?

Federica Paganelli Overlack: Das ist eine sehr wichtige und spannende Frage. Die Antwort ist einfach und doch sehr kompliziert.
Perfektionismus ist nicht zielführend. Und die Mehrheit der Eltern neigen zu Perfektionismus. Wenn wir den Bereich Schule nehmen: Eltern sind keine Lehrer und sollten diesen Anspruch auch nicht haben. Je nach Alter brauchen die Kinder verschiedene Formen von Unterstützung. Je jünger desto mehr sind sie auf die Eltern fokussiert. Ganz wichtig ist, dass Schule spielerisch sein darf. Das größte Geheimnis, ist mit Neugierde, Freude und Geduld begleiten. Eltern sollten nicht dauernd neben dem Kind sitzen. Sie können diese Situation nutzen, indem sie ihnen Eigenverantwortung beibringen und zutrauen. Sätze wie: du kannst es und du schaffst es, sind sehr hilfreich. Ihre Vorbildrolle dürfen sie sehr ernst nehmen. Damit meine ich, dass die Kinder (egal wie jung oder alt sie sind) ganz genau jegliches Verhalten der Erwachsenen beobachten, und sie als eigene übernehmen. Das passiert sehr schnell. Wenn Eltern bestimmte Verhaltensmuster bei den Kindern beobachten, welche sie stören oder ihnen nicht gefallen, lade ich sie ein, sich die Frage zu stellen: Wo erkennen sie diese bei sich selbst? Es ist sehr spannend zu beobachten, wie gleich Kinder ihren Eltern sind. Oft finden sie diese auf den ersten Blick nicht und mit meiner Hilfe kommen wir schon der Realität näher. Wenn Sie sich angespannt, ängstlich und verzweifelt fühlen, egal wie sie versuchen, das zu verstecken und zu unterdrücken, werden die Kinder nicht lang auf Nebenwirkungen warten lassen. Kinder spüren, dass es den Eltern nicht gut geht. Insofern mein Tipp: Holen Sie sich Unterstützung. Ignorieren bringt allerdings nichts. Was hier nötig ist, ist die Blockade und den Trigger an der Quelle zu lösen und das Mindset zu ändern. Einer meiner Lieblingstipps ist zum Beispiel, ein Erfolge- und Dankbarkeitsbuch zu schreiben. Immer abends vor dem Schlafen gehen, schreiben Kinder und Eltern 3 bis 5 Erfolge, die sie am Tag hatten (was war gut, was hat besonders Spaß gemacht oder wessen Tage haben sie schöner gemacht oder was haben sie gelernt?) und genauso 5 Gründe, wofür sie dankbar sind. Für die ganz Kleinen, sind die Eltern gefragt, wenn sie ihre Kinder ins Bett bringen, ihnen zu erzählen was sie selbst gut gemacht haben und mit ihnen zu reflektieren was gut an diesem Tag gewesen ist. Es darf als Abendritual eingeführt werden. Für Eltern einer Klasse, steht „die Homeschooling Zentrale“ zur Verfügung. Es handelt sich um eine 90 Minutige Veranstaltung für Eltern einer Klassengemeinschaft, mit Impuls - Vortrag, Tipps & Tricks und Q/A Runde.

Nimmt das Risiko vermehrter Depressionen infolge der Einschränkungen ihrer Meinung nach durch die Corona-Pandemie zu? Wie können Sie hier als externe Impulsgeberin und Coach den Betroffenen in der aktuellen Situation helfen?

Federica Paganelli Overlack: Depressionen sind psychische Gesundheitsproblemen die ernst genommen werden sollten. Es gibt Untersuchungen aus dem Jahr 2014, wie wahrscheinlich das Auftreten von psychischen Störungen innerhalb eines Jahres in Deutschland war? Bei fast einem Drittel aller Menschen (18 bis 64 Jahre) in Deutschland besteht die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens einer psychischen Störung. Am verbreitetsten sind die Angststörungen, gefolgt von Stimmungserkrankungen, Depression und Substanzabhängigkeit. Aktuell wissen wir, dass bei Kindern Depressionen und Essstörungen zunehmen. Kinder vermissen nicht unbedingt die Schule, sondern die Begegnungen mit Gleichaltrigen. Kinder leiden immer mehr unter Angststörungen. Ich absolviere gerade eine Weiterbildung zum Thema Mental Health First Aid, damit ich noch besser belastende psychische Zustände einschätzen und bei bestimmten Voraussetzungen begleiten darf. Es gibt durch Corona, mehr psychische Belastungen und egal wie es uns, als nicht Betroffene, schlimm oder nicht schlimm erscheinen mag, was schwer oder wie schwer es ist, entscheidet derjenige, dem es nicht gut geht. Weil das etwas ist, was sehr subjektiv ist. Wir können jedoch dagegen steuern. Angefangen mit alltäglichen Selbstachtsamkeit und mentalen Hygiene Übungen. Natürlich habe ich Tipps, die ich immer von Fall zu Fall gebe. Als allerersten sollte man mit Freunden darüber reden. Je früher man sich mit den Themen beschäftigt und sich Hilfe holt, desto schneller kommt man da heraus. Meine Erfahrung zeigt, dass die Chemie zwischen Begleiter (Coach, Therapeuten, Psychologe o.ä.) stimmen muss.

Wer Redebedarf hat findet in ihnen den richtigen Ansprechpartner. Wie wichtig können Gespräche mit einem Mediator/Coach sein und welches sind ihre Schwerpunkte? Welche positiven Gedanken und Tipps können Sie den Familien für die immer noch anhaltende Corona-Krise mitgeben?

Federica Paganelli Overlack: Gespräche sind nicht nur sehr wichtig, sondern notwendig. Viele Menschen, wissen nicht wo sie Hilfe bekommen können. Termine bei den Fachärzten sind sehr schwer zu bekommen (mindestens 12 Monate Wartezeiten). Viele verharmlosen Probleme, schämen sich oder haben Angst darüber zu reden. Oft ist die Eigenwahrnehmung gestört oder Probleme werden verdrängt. Als MHFA Ersthelferin, in der Frühintervention, kümmere ich mich um Prävention und bei beginnenden psychischen Problemen stehe ich den Familien zur Verfügung. Ich schaue dann, ob es um eine echte Krise geht oder um ein Unwohlgefühl. Frühintervention ist sehr wichtig, denn sie ermöglicht eine schnellere Gesundung. Meine Aufgabe besteht daran Hoffnung zu machen, zu motivieren, Unterstützung anzubieten, ich kann in einem bestimmten Rahmen und Wissen vermitteln, damit Betroffenen erkennen, sich fachliche Unterstützung zu holen und Verantwortung zu übernehmen. Die Lösung ist bei jedem Menschen anders. Mein Credo hier ist, sich nicht in ein Schubladendenken zu stecken und sich nicht in die Probleme hineinzusteigern.

Nach Monaten „Pandemieerfahrung“ -was brauchen unsere Kinder damit sie unbeschwert ihre Ziele verfolgen können und was brauchen die Eltern damit der Alltag leichter fällt?

Federica Paganelli Overlack: Die Bedürfnisse sind unterschiedlich. Was sie alle brauchen ist Routine, Sicherheit, Spaß, Bewegung, Vorbilder, Entspannung und vor allem Leichtigkeit. Sie fragen sich wie sowas gehen sollte? Eltern und Kinder sind oft überfordert. Eltern sind sehr müde, Kinder leiden unter Angststörungen, weil zum Beispiel sie schuld am Tod von Großeltern oder an der Schließung der Schule sein könnten und ziehen sich zurück. Der Druck von Medien, Politik und Gesellschaft der letzten Monate war so groß, zu groß, dass die Angst sehr zugenommen hat. Die Eltern brauchen Unterstützung, mehr denn je zuvor, sie brauchen eine Art Supervision für die ganze Familie. Und sie brauchen sie schon gestern. Manche Kinder ziehen sie sich in eine virtuelle Welt zurück, zocken viel, schauen YouTube und Netflix und hier beobachte ich eine zunehmende Aggressivität. Andere Kinder können sich nicht selbst organisieren, wissen nicht wie sie am besten lernen sollten, und akzeptieren die Hilfe der Eltern nicht. Hier bringe ich meine Kompetenzen als Lerncoach und mental Trainerin ein. Von einer neutralen Person wie mir, sind sie dann bereit sich unterstützen zu lassen. Ich bin halt „cool“, nehme der Druck raus und mit ein paar Tipps und Tricks lernen sie selbstständig ihre eigenen Strategien zu entwickeln. Vor allem erfahren sie auch Gehringerechte Lernmethoden. Ich lasse sie oft die Erklärung selbst entdecken. Und das motiviert sie wieder. In solchen Fällen hole ich die Eltern auch ins Boot, damit sie auch hinderliche Verhaltensmuster erkennen und verlassen. Wir dürfen alle an einem Strang ziehen. Glückliche Eltern sorgen für glückliche Kinder!

OH3 2492Federica Paganelli Overlack: Laut Statistik holen sich nur 25 % der Betroffenen Unterstützung

Fällt es den Klienten leicht sich zu öffnen um Hilfe und Rat bei ihnen zu suchen und wie begleiten und unterstützen Sie dabei?

Federica Paganelli Overlack: Laut Statistik holen sich nur 25 % der Betroffenen Unterstützung. Viele Menschen wissen nicht, dass sie möglicherweise ein Problem haben oder sind es gewohnt, alles allein zu regeln. Viele Menschen fühlen sich hilflos und gelähmt. Die ersten 6 Monate der Epidemie waren sehr ruhig, im Vergleich zu meiner normalen Auftragslage. Seit Oktober (2. Lockdown), zeigen Eltern Bereitschaft, sich Rat und Unterstützung zu holen. Ich weiß, dass der Bedarf viel größer ist. Meine Aufgabe ist erst einmal zuzuhören und zu verstehen, wo der Schuh drückt. Dann überlegen wir gemeinsam neue Strategien und stellen sicher, dass alle Voraussetzungen für ein gutes Miteinander, eine angebrachte, wertschätzende und klare Kommunikation gegeben sind. Ich begleite sie bei der Umsetzung. Gemeinsam lösen wir die Blockaden und Konflikten und wir geben der Situation einen neuen Rahmen. Ich bin Expertin für Kommunikation mit Schwerpunkt auf emotionale und soziale Kompetenzvermittlung und habe eine Vorgehensweise entwickelt, die für meine Klienten sehr hilfreich ist und eine sehr gute Rückmeldung bekommt. Gemeinsam setzen wir uns Ziele, legen Schritt für Schritt der Fokus auf das Wesentliche, programmieren den Mindset neu und mit einer Prise Leichtigkeit, gute Laune und Zuversicht kreieren wir, dass für die Familie passende Rezept. Dann geht es in die Umsetzung und Selbstreflexion. Manche Familien wünschen meine Unterstützung sogar bei Ihnen zu Hause und dann wirke ich für eine bestimmte Zeit als „moderne Mary Poppins“. Ich arbeite ganzheitlich und erkenne sehr schnell negative Verhaltensmuster, Wertungen und Erwartungshaltungen, die dem Familiensystem schaden. Seit der Pandemie arbeiten wir auch sehr viel Online. Manches muss durch Präsenz stattfinden, aber auch hier werden alle Hygiene Maßnahmen getroffen.

Social Distancing – die sogenannte soziale Verarmung in der Pandemie ist ein großes und schwerwiegendes Thema. Wird die psychische Gesundheit von Kindern durch die Schulschließungen und den Lockdown beeinträchtigt?

Federica Paganelli Overlack: Ja, es ist schon passiert. Kinder brauchen Kinder. Jugendliche brauchen Jugendliche. Menschen brauchen Menschen. Wir alle brauchen Nähe und Umarmungen. Es ist sehr schwierig, einzuschätzen, inwieweit die Kindern darunter gelitten haben. Manche Kinder sind unfassbar wütend, sie zerschlagen Gegenstände und greifen ihre Eltern an. Andere Kinder zeigen Störungen im Essverhalten, oder ritzen sich. Was sicher ist, ist, dass viele Kinder Angst haben und meine Aufgabe ist, mit ihnen offen darüber zu reden und durch Austausch gemeinsam zu lernen, damit umzugehen. Als Expertin für Kommunikation mit Schwerpunkt emotionale und soziale Kompetenzvermittlung, helfe ich die Familien ganz schnell aus emotionalen Ausnahmezuständen zu führen. Wir können lernen, die Angst zu lösen, damit sie keine Macht mehr über uns hat. Ich persönlich glaube aber auch, dass die Kinder es gut überstehen können, wenn es den Eltern gelingt sich in der Balance zu halten. Deswegen wie ich schon erwähnt habe, ist an dieser Stelle eine Familiensupervision sehr wertvoll und hilfreich. Allein wird es sehr schwierig sein. Es gibt Dinge, die wir nicht ändern können und hier geht es darum sie zu akzeptieren und trotz allem das Vertrauen zu haben, dass alles gut wird. Dafür brauchen wir eine Brücke zwischen Ratio und Emotion. Mit passender Methodik ist das erreichbar und wie immer in meiner Arbeit Prozessorientiert.

Aus ihrer Arbeit als Familiencoach wissen Sie wie gerade mangelnde Motivation und Konzentration für Konflikte und Unruhe in der Familie sorgen. Sie wirken erschöpfend und frustrierend. Den Klienten fällt es oft sehr schwer sich selbst wieder positiv zu motivieren. Wie kann man mit ihrer Hilfe den Familien wieder frischen Wind, Ruhe, Gelassenheit und Glück zurückgeben?

Federica Paganelli Overlack: Wenn ich ehrlich sein darf, lade ich diese Familien ein, sich bei mir zu melden und sich Rat zu holen. In jeder Familie drückt der Schuh woanders. Ich, als Glücksexpertin schaffe es, meine Klienten dort abzuholen, wo sie gerade sind. Ich vergleiche gerne meine Arbeit mit einer TÜV Inspektion für Schiffe. Bei mir findet eine Familienrevision statt und schwuppdiwupp haben wir die wesentlichen Brocken identifiziert und werfen sie über Bord. Außerdem sorgen wir dafür, dass die Stellen, die nicht in Ordnung sind, beseitigt werden und auf den neuesten Stand gebracht werden. Somit ist in absehbarer Zeit das Familienschiff wieder bereit mit neuem Wind zu segeln und vor allem mit klarem festgelegtem Ziel wissen alle Mitglieder der Crew, wo sie ihren Fokus bringen müssen um heil und glücklich auch durch starke Windstärken durchzukommen. Dabei lernen Familien, ihren Akku rechtzeitig aufzuladen und gemeinsam als Team das Schiff zu führen und jeder seine Verantwortung zu tragen. Dann macht es richtig Spaß, auch wenn mal riesige Wellen auf sie zukommen. Alles eine Frage der Perspektive.

„Jeder ist seines Glückes Schmied", stehen Sie hinter dieser Aussage?

Federica Paganelli Overlack: Absolut ja. Ich halte Vorträge über das Thema Glück, weil es eines meine Lieblingsthemen ist und ich bin, überzeugt, dass jeder durch seine Handlungen sein Schicksal beeinflussen kann. Natürlich bietet uns das Leben manchmal Situationen, auf die wir gerne verzichten würden. Auch hier bin ich der Meinung, dass das Leben uns Situationen bietet, die wir meistern können. Und wir können sie aktiv angehen und lösen. Wir können auch versuchen, sie zu ignorieren, aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass sie uns wieder serviert werden und meistens in eine viel härtere Form. Die Corona Pandemie, betrachte ich zum Teil als ein Geschenk, weil sie uns zwingt, wieder zu uns zu finden. Wir können nicht auf Dauer so funktionieren, wie es in der Vergangenheit war. Wir dürfen auch innehalten und uns Zeit nehmen, um unsere Gefühle wieder zu sortieren und uns wieder die Wichtigkeit geben, die wir verdienen. Das gilt besonders für Familien, für die Werte, die sie leben möchten, für die Umwelt und die gesamte Gesellschaft. Die Stress Resistenz ist bei viele Menschen deutlich gesunken, das Energiemanagement stimmt vorne und hinten nicht. Das Urvertrauen existiert nur in einer nicht sehr greifbaren Form und darf wieder entdeckt werden. Ich möchte Eltern Mut machen, weil sie ihren Kindern das Leben geschenkt haben und als solche sind sie Botschafter der Liebe und tragen in sich alle notwendigen Voraussetzungen ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Mit passender Einstellung und Werkzeugen werden sie alles erreichen, was sie sich vornehmen.

Logo Federicaleicht 002Federica Paganelli Overlack
Kinder. Jugendliche. Eltern. Paare. Azubis.
Coaching. Training. Speaking.
Baldenaustr. 56  - 76437 Rastatt
Web:    www.federicaleicht.de

Daniela Hiebel im Gespräch mit Federica Paganelli Overlack
Bilder: Federica Paganelli Overlack

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