„Auf die Puppen fertig los“, Vorhang auf „oder doch lieber „Tri Tra Trullala“, so oder so ähnlich geht es einem durch den Kopf, wenn man an Kasperl- oder Puppentheater denkt.

Vielleicht schleicht sich auch bei dem Gedanken daran bei dem einen oder anderen eine kleine Kindheitserinnerung ein. Aber weit gefehlt es ist viel mehr.

david biographisches2017Seit vielen Jahren, um genau zu sein seit über 32 Jahren, ist die „Freiburger Puppenbühne“ eine feste Institution in Baden und David Minuth mittlerweile ein fester Bestandteil davon. „Region im Blick“ traf sich mit dem Mann, der die Puppen sprechen lässt. David Minuth, er ist der, der den Puppen Leben einhaucht.

Seit 2017 verstärkt er das Familienunternehmen „Freiburger Puppenbühne“, die 1987 von seinen Eltern Johannes und Karin Minuth gegründet wurde. Mit 13 Jahren hatte er schon seine ersten Auftritte auf Kindergeburtstagen. Doch bevor er seiner Vision als freischaffender Puppenspieler zu arbeiten folgte, widmete er sich seiner Ausbildung. Nach einem Auslandsaufenthalt in den USA studierte er zwei Semester Bildhauerei, anschließend absolvierte er ein Architekturstudium in Stuttgart sowie ein Pädagogikstudium in Kunstgeschichte und Werken. David Minuth verglich sein Leben immer mit dem seiner Eltern und sah die Freude, die sie im Alltag hatten und mit der sie ihren Beruf als Puppenspieler ausübten. Dieses Lebensgefühl wollte auch er und so entschied er, das Puppenspiel nicht mehr nur als Hobby, sondern hauptberuflich auszuüben. Mittlerweile kann er sich nichts anderes mehr vorstellen als ein Puppenspieler zu sein. Die Freiburger Puppenbühne ist mit insgesamt drei Bühnen unterwegs und das seit über 32 Jahren mit beachtlichem Erfolg.

„Meine Ausbildung hat mir sehr geholfen, ob beim Erstellen des Bühnenbildes oder beim Puppenbau. Da hilft die Erfahrung, die ich durch den Architektenberuf und den Modellbau habe, ungemein. Auch das Pädagogikstudium war und ist sehr hilfreich, vor allem beim Schreiben der Stücke, wie man beispielsweise die Kinder Teil der Geschichte und des Guten werden lässt. Denn darum geht es in den Stücken: klassisch das Gute gegen das Böse. Es ist wichtig, den Kindern für ihre eigene Entwicklung eine Klarheit zu geben, um sich im Leben zurecht zu finden“, sagt David Minuth.

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„An dieser Stelle helfe das Puppenspiel ungemein, wenn ihnen ganz klar vor Augen geführt wird, wie sie am Guten teilnehmen können. Die Kinder sollen sehen, dass in der Geschichte eine Ungerechtigkeit gelöst werden muss, hier sind sie mit einbezogen, um mit daran zu arbeiten, jene zu lösen und aus der Welt zu schaffen. Die Kinder dürfen nicht ohne klare Botschaft entlassen werden, die Geschichte muss immer gut ausgehen. Im Theater herrscht ein Stückweit heile Welt, es passiert etwas, was die Ordnung erst einmal in Gefahr bringt und am Ende wird alles gut. Eine Botschaft an die Kinder, dass sich alles zum Guten wenden kann. Das ist so ein kleiner Beitrag, den das Puppentheater in der Entwicklung und Erziehung leisten kann“, spricht David Minuth.
Er sucht seine Stücke zum Beispiel zu Themen aus, die ihn in seiner eigenen Kindheit bewegt oder beschäftigt haben und so noch in ihm schlummern.

Seine Puppen fertigt er in Handarbeit, da können schon einmal 80-120 Stunden pro Figur bis zum letzten Pinselstrich zusammenkommen.

IMG 0341„In der Regel ist da eine grobe Idee, wie beispielsweise der Pirat in der Piratengeschichte. Beim Erschaffen der Figur entsteht ihr Charakter und die Stimme, mit der sie dann im Stück sprechen wird. Zahlreiche Charaktere sind so bereits realisiert worden.
„Es ist eine ganz besondere Entwicklung, einer Puppe Leben einzuhauchen. Jede Figur hat ihren eigenen Kern und den spielt man hinter dem Vorhang schon mit. Man lebt die Rolle voll aus“, so David Minuth.

Auch hier bedarf es einiger Übung, es muss immer wieder geprobt werden, ein neues Stück wird bis zu einem Jahr einstudiert.
Das klassische Kasperletheater von den Hohensteiner Puppenspielern aus Ostdeutschland, das sicherlich einen großen Anteil an der deutschen Kaspertheatergeschichte hat, natürlich seine Eltern Johannes und Karin Minuth sowie die Augsburger Puppenkiste sieht David Minuth als Vorbilder.

Er hat eine Vision als Puppenspieler, den Menschen Werte zu vermitteln. „Diese Vision braucht man, denn wenn man nicht glauben würde, ein Teil des Guten zu sein, dann wäre man auch nicht authentisch“, und David Minuth weiter:
„Ich habe das Gefühl, dass das Bewusstsein bezüglich Wertevermittlung wieder ansteigt. Von den Eltern und Institutionen wünsche ich mir einfach die Aufmerksamkeit für das Theater, so dass für diesen Bereich mehr Achtsamkeit da ist und man so den Kindern einen Start in das kulturelle Leben ermöglicht, denn das Puppentheater ist der Einstieg in die Theaterwelt. Hier wünsche ich mir noch mehr Unterstützung von Kommunen, Firmen oder beispielsweise Stiftungen “, meint David Minuth.

IMG 0229psErstaunlich ist immer wieder, dass in Zeiten von Handy, Fernseher und PC gutes Puppentheater durch die Interaktion, die stattfindet, so gut angenommen wird. Dieses kann kein anderes Medium so leisten. „Dass ich als Puppenspieler die Kinder so mitnehmen kann und die Kreativität und den Freiraum habe, die keine Maschine oder ein anderes Medium in dieser Art und in so kurzer Zeit widerspiegelt ist schon bemerkenswert. Es ist schön, wie die Zuschauer in eine Welt entführt werden, die mit der medialen Welt nichts zu tun hat. Die Frage ist wie dieses Thema in der Gesellschaft behandelt wird. Wenn die Kinder vor der Bühne sitzen, funktioniert das gut, dann kann man sie von der ersten Minute an in den Bann ziehen. Das Schöne an meiner Arbeit als freischaffender Puppenspieler ist, dass ich täglich begeistert werde durch das Strahlen der Kinder, durch das Mitmachen und durch die Reaktionen der Kinder. So habe ich einen Beruf, bei dem ich den Menschen Freude schenken kann. Das spiegelt sich natürlich zurück und macht unglaublich glücklich und dankbar. Auf der anderen Seite bekommt man sehr viel von dem Publikum zurück und das ist für die eigene Seele eine ganz tiefe Berührung, die man erfährt. Ich bin froh hier in einem Land zu leben, in dem man so etwas wie das Puppentheater leben kann. Dankbar, dass ich diesen Beruf ausüben darf, sich jeder freut, wenn ich mit meiner Bühne komme, ich mit Spannung und offenen Armen empfangen werde“, erzählt David Minuth.

Phantastische Puppen und Kostüme und spannende Geschichten. Möchte man da selbst nicht wieder ein Stückweit Kind sein?
„Puppen haben manchmal eine magische Wirkung auf uns Menschen, nicht nur auf unsere Kinder, vielleicht weil es uns mit Erinnerungen in die eigene Kindheit zurückversetzt“. Aber ob „Kasper und die gestohlene Kuckucksuhr“ oder „Kasper und der Pirat der sieben Meere“, das Zusammenspiel stimmt und David Minuth schafft es immer wieder, ein Strahlen in die Kinderaugen zu zaubern.

David Minuth: „Ich wäre traurig, wenn ich dieses Leben so nicht kennengelernt hätte und ich bin dankbar, Puppenspieler geworden zu sein.“ Mehr Herzblut geht nicht und schöner kann man so eine Geschichte nicht beenden. Die Freiburger Puppenbühne, sie eröffnet dem Publikum zusammen mit David Minuth durch Figuren und Puppen ganz eigene, besondere und inspirierende Welten. Immer noch so faszinierend für kleine und große Besucher.

Zu sehen in der Region ist David Minuth an folgenden Terminen:

IMG 0275neu10.02.2019 -     16:00 Uhr                             Reute, Eichmattenhalle
13.03.2019 -     15:30 & 16:30 Uhr                 Freiburg, Harmonie Kinos
20.03.2019 -     15:30 & 16:30 Uhr                 Freiburg, Harmonie Kinos
23.03.2019 -     14:30 & 16:00 Uhr                 Bad Säckingen, Kursaal
24.03.2019 -     11:00 & 16:00 Uhr                 Bad Säckingen, Kursaal
31.03.2019 -     15:00 Uhr                             Bad Bellingen, Kurhaus
06.04.2019 -     14:30 & 16:00 Uhr                 Müllheim, Bürgersaal
07.04.2019 -     11:00, 14:30 & 16:00 Uhr       Müllheim, Bürgersaal
11.04.2019 -     16:00 Uhr                              Waldkirch, Theater am Kastelberg
13.04.2019 -    14:30 & 16:00 Uhr                   Emmendingen, Karl-Friedrich-Schule
14.04.2019 -    11:00, 14:30 & 16:00 Uhr         Emmendingen, Karl-Friedrich-Schule

Text: Daniela Hiebel