Starke Frauen der Region – Im Interview mit Nora Waggershauser

Es gibt sie wirklich – Powerfrauen: Erfolgreiche Frauen, die ihr Glück selbst in die Hand nehmen. Sie sind oftmals Journalistinnen, Produzentinnen, Ärztinnen, Managerinnen, aber immer sind sie die Hauptdarstellerinnen ihres eigenen Lebens. Im schönen Baden – Baden, dort wo die Welt zu Hause ist ,lebt und arbeitet eine davon.

Nora Waggershauser – sie steht an der Spitze der Kur & Tourismus GmbH und leitet als Geschäftsführerin das Baden – Badener Tourismus und Kongress– Konzept. Seit 2016 ist die Kurstadt im Schwarzwald ,Arbeitsplatz der ehemaligen Hotelmanagerin und gebürtigen Rheinfelderin.

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Mit einem erfolgreichem Konzept präsentiert Nora Waggershauser die Kurstadt und versucht auch in diesen schwierigen Zeiten das Marketing – Konzept rund um die touristische Marke „The good – good life“ umzusetzen und die Stadt mit ihrer einzigartigen Lebenskultur und ihren Vorzügen den Menschen weiter näher zu bringen.

Sie präsentiert als Geschäftsführerin der Kur & Tourismus GmbH, Kultur, Genuss, Natur, Events und vieles mehr auf hohem Niveau. Dass es durchaus möglich ist, sich als Frau in „männerdominierten“ Berufen an der Spitze zu behaupten, zeigt Nora Waggershauser. Sie verwirklicht erfolgreich ihre eigenen Ideen ,Visionen und Ziele. Mut zum Risiko darf dabei nicht fehlen.

Nora Waggershauser ist eine Powerfrau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht.
Region im Blick setzt mit Nora Waggershauser seine Serie „Frauenpower made in Baden "fort und im Interview stellt sie sich den Fragen über Erfolgskonzepte, neue Wege in der Corona – Krise und einem Tourismus - und Kongress- geschäft auf hohem Niveau.

Seit 2016 sind Sie Kongress & Tourismus & Events - Geschäftsführerin in Baden – Baden.  Haben Sie ihre eigene Philosophie oder führt „Frau“ in einer leitenden Position anders als „Mann"? Wird ihnen als Frau mehr abverlangt? Muss man sich mehr beweisen?

Nora Waggershauser: Wenn man die Geschäftsführung in Personalunion für 3 Unternehmen übernimmt, dann weiß man im Voraus, dass einem dieser Job sehr viel abverlangen wird. Dies liegt einfach schon in der Natur der Sache, da es nicht nur eine große Verantwortung mit einem immens großen Aufgabengebiet ist, sondern auch eine Aufgabe, welche viel Repräsentation erfordert. Ich glaube in der Tat, dass Frauen in Leitungsfunktionen anders führen als Männer: Während Männern oft Dominanz und Machtstreben nachgesagt wird, gelten Frauen als organisierter und kommunikationsfähiger. Dies würde ich auch in meinem Fall so als zutreffend unterschreiben. Mein Führungsstil ist passend zu meiner Generation diplomatisch und auch ein bisschen charismatisch, das wird mir zumindest so nachgesagt.

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Sie bieten Tourismus- und Kongressgeschäft auf hohem Niveau. Wie präsentieren Sie die Vorzüge der „Weltstadt“ Baden – Baden, konnten Sie hier ihre Erfahrung in der Hotelbranche mit einfließen lassen?

Nora Waggershauser: Auf jeden Fall kommen mir meine Erfahrungen aus der Hotelbranche sehr zugute. Wichtig ist in meiner Aufgabe, Menschen begeistern zu können – egal ob es Gäste bzw. Touristen sind oder Kongresskunden bzw. Firmengäste. Ich bringe aus meiner Berufserfahrung heraus einen sehr hohen Dienst-leistungsgedanken mit und es ist im Tourismus sowie im Kongressgeschäft stets unser Ziel, Gäste bzw. Kunden für unsere einzigartige Stadt zu begeistern. Baden-Baden steht für eine einzigartige touristische Kompetenzbündelung auf höchstem Niveau - diese Begeisterung tragen mein Team und ich in uns, und nur so können wir unsere Stadt so erfolgreich weltweit vermarkten. Natürlich sind betriebswirtschaftliches Know-how, Führungsqualitäten, das Verständnis für unsere Stadt sowie ein ausgezeichnetes Netzwerk ebenso wichtige Punkte, welche in der Führung von Hotels ebenso eine große Rolle spielen wie in meiner jetzigen Aufgabe.

Welches Erfolgskonzept verfolgen Sie?

Nora Waggershauser: Baden-Baden blickt auf eine 2000-jährige Geschichte als Bäderstadt zurück. Im 19. Jahrhundert hatte sie als Sommerhauptstadt Europas ihre Glanzzeit. Heute ist es diese Tradition – der Geist der Belle Époque – gepaart mit einer Neuinterpretation der Leistungsträger in die vielfältigen Lifestyles unserer Zeit, was unsere Stadt so erfolgreich macht. Sie ist für Menschen jeden Alters attraktiv und immer noch ein magischer Ort, der auf vielfältigste Weise Entspannung und Anregung zugleich bietet.

Welche Meilensteine gab es aus Ihrer Sicht für die die Stadt Baden-Baden in den vergangenen Jahren?

Nora Waggershauser: Einige davon waren sicher der Bau des regionalen Flughafens, der Bau des Festspielhauses und auch das Museum Frieder Burda. Kunst und Kultur auf höchstem Niveau – welche Stadt in der Größe von Baden-Baden kann das schon von sich behaupten?

baden baden 2074822 1280Das Festspielhaus Baden-Baden / Foto pixaby

Der Tourismus sowie die Hotellerie – Gastronomie und Eventbranche gehören zu den Branchen, die in der Corona-Zeit besonders hart getroffen wurden. Erwarten Sie weitere Veränderungen und welche Folgen hat dies für den Tourismus?

Nora Waggershauser: Die Corona Krise hat den Tourismus und somit auch genau diese Bereiche besonders hart getroffen. Es wird Jahre dauern, bis sich die Branche wieder erholt und an die Erfolge vor der Krise anknüpfen kann. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich vieles dauerhaft verändern wird und in jeder Krise liegt auch eine Chance: Urlaub im eigenen Land – darüber haben sich vor der Krise sicher viele Menschen keine Gedanken gemacht. Auch die Natur und naturnahe Aktivitäten und damit das sich Kümmern um die eigene Gesundheit sind Themen, welche uns ganz sicher aus der Krise heraus begleiten werden und auch Chancen für den Tourismus in der Zukunft bringen.

Angesichts der Corona – Pandemie mussten neue Wege eingeschlagen werden, wie sehen Sie die Chancen für 2021? Wird schon geplant, vielleicht in anderen Formaten? Wo sehen Sie da die Zukunft? Was schätzen Sie:         Wie wird die Corona-Krise den Tourismus verändern?

Nora Waggershauser: Wir gehen nicht davon aus, dass 2021 wieder alles so laufen kann, wie wir es vor Corona gewöhnt waren. Die Krise hat etwas mit uns gemacht, sie hat uns Menschen auch verändert. Massenveranstaltungen und Fernreisen werden für 2021 sicher weniger auf unserer Agenda stehen und daher sind wir im Tourismus und auch im Kulturbetrieb gefordert, neue Perspektiven aufzuzeigen und auch andere Formate zu planen. Kulturveranstaltungen sind wichtig für unsere Gesellschaft und Menschen möchten sich weiterhin treffen und zusammen ihre Zeit genießen, daher ist es wichtig, dass wir die richtigen Bedingungen dafür schaffen. In unseren Gesellschaften sind wir schon voll in den Planungen für Konzepte im Jahr 2021 und stellen fest, dass Dinge möglich werden, an die wir vorher nicht gedacht haben. Mut für Veränderungen ist derzeit sehr wichtig!

Wie holen Sie Baden- Baden jetzt als Reiseziel in Erinnerung?

Nora Waggershauser: Unsere Strategie ist, Baden-Baden als Sehnsuchtsort visuell und kommunikativ präsent zu halten und den Fokus auf die Entschleunigung zu setzen. Wir haben das Glück, dass Baden-Baden mit seinem hochkarätigen Kulturangebot, dem Casino und den Thermen zugleich im Grunde ein „idyllisches Städtchen“ am Fuße des Schwarzwaldes ist. Im Vergleich zu anderen Großstädten fühlen sich die Menschen in Baden-Baden auch in diesen Zeiten sicher. Viel Natur, Wanderwege, weite Parks, blühende Gärten und kurze Wege – das sind die Themen, die Menschen gerade besonders anziehen. Dabei spielte das Online-Marketing mehr denn je eine wichtige Rolle, um die Menschen zu erreichen.

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Wie wichtig ist dabei Social – Media im Tourismus – Marketing?

Nora Waggershauser: Das Social-Media Marketing ist von zentraler Bedeutung, da hier Emotionen und auch Ästhetik im Vordergrund stehen und es im Tourismus-Marketing immer mehr genau um diese Aspekte des Reisens geht. Besonders auf Instagram sind Nutzer stets bereit für neue Reiseinspiration. So bieten wir die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ohne dass Nutzer das als „Werbung“ empfinden. Gleichzeitig teilen immer mehr Gäste mit uns Ihre schönsten Momente in Baden-Baden und werden so selbst zu glaubwürdigen Multiplikatoren. Wir erkennen schnell, welche Themen besonders gefragt sind und können entsprechend darauf reagieren.  Besonders angesichts der Reisebeschränkungen ist es essenziell, den Faden nicht abreißen zu lassen und als Baden-Baden weiterhin nah an unseren Gästen zu sein.

Lässt sich Privatleben und Job für Sie als Powerfrau unter einen Hut bringen?

Nora Waggershauser: Es ist für mich sehr wichtig, dass mir die Arbeit Spaß macht. Denn dann ist ein Job nicht nur eine Aufgabe, welche erledigt werden muss, sondern Arbeit und Privatleben verbinden sich oft miteinander. Letztendlich ist eine Grundvoraussetzung für meine Aufgabe, dass ich den Kontakt zu Menschen mag, und so wird so manches berufliches Gespräch in unserer wunderschönen Stadt auch zu einer Bereicherung in der eigentlichen Freizeit.

Worin finden Sie Ruhe und Entspannung von ihrer anspruchsvollen Arbeit?

Nora Waggershauser: Ich genieße oft und gerne mit meinem Mann und mit guten Freunden die sehr gute und so vielfältige Gastronomie in unserer Stadt und kann auch wunderbar bei einer unserer Kulturveranstaltungen oder einem Museumsbesuch entspannen. Zu allem kann ich grundsätzlich zu Fuß gehen, was ich als große Besonderheit und als einen Mehrwert empfinde.

Text: Daniela Hiebel

Bilder: Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH / Pixabay